Mit Sack und Pack lassen wir uns von der Komperdell-Seilbahn den Berg hinauf schaukeln und erreichen am Sonntag Abend das Kölner Haus (1950m ü.NN) im Skigebiet Serfaus-Fiss-Ladis. Die Berghütte scheint infolge der massiven Schneefälle der letzten Wochen schier im Schnee zu versinken. Am Horizont begrüßen uns weiße Bergketten im Abendsonnenschein und wir können den ersten Skitag kaum erwarten.

Nachts schneit es nochmal mächtig und wir haben die folgenden Morgende jedes Mal überzuckerte, unberührte Pisten für die „erste Spur“.


Zum Glück haben wir ein paar liebe Freunde dabei, so dass wir uns mit Kinder-Hüten ein bisschen reinteilen können. Luise steht das erste mal auf eigenen Skiern und wenn ihre Laune es erlaubt, kann sie auf dem Kindergelände direkt vor unserer Hütte schon ein paar Meter alleine rutschen.

Ferdinand schläft derweil im Schlitten und die kühle Luft wirkt lindernd auf die bohrenden Zähnchen, die ihm gerade zu schaffen machen und uns ruhelose Nächte bescheren.

Oben auf knapp 3000m glitzert die eisige klare Luft, es herrschen -12 Grad und beste Skibedingungen. „Feinster Powder“ auch am Nachmittag noch, wenn die meisten Pisten schon zerfahren und wir im hinteren Skigebiet quasi allein unterwegs sind. Uwe kann sich da voll und ganz austoben. (Ich bin eher der gebügelte-Pisten-Fahrer.)
Die letzte Abfahrt in den schwindenden Sonnenstrahlen ist jeden Abend besonders schön, auch wenn uns der Wind meistens ziemlich um die Ohren pfeift.

Wir haben ein sehr gemütliches Zimmer im Kölner Haus. Luise nutzt die Liegewiese als großzügiges Trampolin und Ferdinand patscht am liebsten auf unserer fluffigen Daunendecke herum und zieht bewundernd einzelne Federchen heraus.


Vor dem Abendbrot gehen wir noch eine Runde rodeln vor dem Haus. Nach 5 mal hoch und runter frieren uns dann fast Hände und Füße ab, denn die Temperaturen ziehen kräftig an. Bis zu -18 Grad werden es in der Nacht.

Die Ruhe und Abgeschiedenheit auf der Berghütte sind einfach wunderbar. Fast ein bisschen schade, dass es hier oben inzwischen WLAN gibt, sonst wäre alles noch etwas ursprünglicher allein auf Natur, Berge und auf das Miteinander konzentriert. Dennoch werden hier jeden Abend in der warmen Gaststube Spielkarten, Bücher oder Stricknadeln gezückt, während draußen auch im dicksten Schneetreiben die Pistenbullis unermüdlich die Abfahrten für die Urlauber planieren. Ein bisschen ambivalent, das Ganze… das bringt mich schon hin und wieder mal ins Grübeln.
Nun ja, wir sind gespannt auf die nächsten Tage und werden unsere Zeit hier oben im Tiefschnee noch kräftig genießen.
